Denkmal Ehra | Kind mit Ball oder Sinti-Mädchen von dem Bildhauer und Grafiker Otto Pankok.
Am 27. Januar 1997, dem 52. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, wurde das Denkmal am alten Hafen errichtet.
Zur Erinnerung an die mit dem Künstler befreundeten Düsseldorfer Sinti, von denen über 100 aus dem Lager Höher Weg abtransportiert und ermordet wurden. Das Mädchen Ehra zählte zu den wenigen Überlebenden der Konzentrationslager.
Otto Pankok widmete sich seit den 1930er Jahren intensiv dem Thema der Sinti und Roma. Er schuf in dieser Zeit zahlreiche Bilder von Sinti- und Roma-Kindern. Eines seiner Modelle war das Mädchen Ehra. Obwohl gerade Ehra zu den wenigen Überlebenden gehörte, wurde ein Abguss der 1955 geschaffenen Bronzefigur zum Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma.
Grafiker und Bildhauer Otto Pankok (1893 – 1966):
Von 1947 bis 1958 war er Professor einer Zeichen- und Grafikklasse an der Kunstakademie Düsseldorf und lehrte dort über zehn Jahre.
Sein berühmtester Student war Günter Grass. Die in Düsseldorfer bekannten Künstler*innen Hannelore Köhler und Bert Gerresheim studierten auch bei ihm.
Zu Pankoks Hauptwerken zählt die 1933/34 geschaffene „Passion“, ein Zyklus von 60 großformatigen Kohlezeichnungen, in dem er für den Mitmenschen und für verfolgte Minderheiten eintrat und dabei deutliche Kritik an der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft übte. Hierfür erhielt der Künstler ein Malverbot; seine Kunst galt als entartet und er musste bis 1945 mehrfach fliehen.